LianaMailer (Blog) - Blog

Was bedeutet die Entscheidung zur Ungültigkeit von Safe Harbor für digitale Marketer?

Mi 04 Nov 2015 09:22:00 EET

Viele Online- und Cloud-Services übertragen persönliche Daten zur Speicherung und Verarbeitung in die Vereinigten Staaten unter dem so genannten Safe-Harbor-Abkommen. Unternehmen und andere Kunden, die diese Services nutzen, müssen Ihr Verhalten jetzt aufgrund der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs am 6.10.2015 ändern. 

Hinter dem Safe-Harbor-Abkommen steht das unterschiedliche Vorgehen der USA beim Datenschutz. Die Vereinigten Staaten folgen nicht den gleichen Datenschutzgesetzen wie die Europäische Union, stattdessen verfolgen sie einen sektoralen Ansatz, in dem Gesetzgebung, Regulierung und Selbstregulierung verbunden werden.

Damit die Annäherung an den angemessenen Datenschutz gewährleistet ist, mussten US-Unternehmen dem so genannten Safe Harbor beitreten. Dazu mussten sich die Unternehmen auf einer entsprechenden Liste des US-Handelsministeriums (US Department of Commerce) eintragen lassen und den Grundsätzen (Safe Harbor Principles) und den Leitlinien für die häufigsten Probleme bei der Umsetzung der Grundsätze (Frequently Asked Questions, FAQs), die von der US-Regierung am 21.7.2000 bestimmt wurden, zustimmen. Jedoch ist das Vertrauen in die amerikanische Datensicherheit besonders durch die NSA/Snowden-Affäre stark gesunken.

Der Europäische Gerichtshof hat in seinem Urteil (C362/14) vom 6.10.2015 das Safe-Harbor-Abkommen ungültig erklärt. Die Übermittlung von personenbezogenen Daten an die Vereinigten Staaten im Rahmen des Safe Harbor sei somit rechtswidrig und Unternehmen, die Services unter diesem Grundsatz in Anspruch nehmen, müssen Ihr Verhalten ändern.

Was muss der digitale Marketer jetzt tun?

Es ist wichtig zu beachten, dass die Verantwortung für die Datensicherheit letztendlich beim Marketer selbst liegt. Marketer, die mit personenbezogenen Daten arbeiten, müssen sicherstellen, dass alle Parteien, denen personenbezogene Daten übermittelt werden, dem Gesetz entsprechend handeln. 

1. Wenn Sie sich nicht sicher sind, prüfen Sie im Vertrag oder fragen Sie den Serviceanbieter, ob sich alle E-Mail-Register und Kundendaten an einem sicheren Ort / in einem System innerhalb der EU befinden.

2. Aus welchem Land stammt Ihr Serviceanbieter und welche Vorschriften und Gesetze gibt es in dem Land, die der Anbieter erfüllen muss.

Auf dem deutschen Markt finden sich viele Anbieter und Händler von digitalen Marketinglösungen, deren Technologie aus dem Ausland stammt und die persönliche Daten außerhalb Europas speichern. Kontaktieren Sie deswegen Ihren Anbieter und überprüfen Sie Ihren Anbieter, die Technologie im Hintergrund und die Speicherprinzipien für persönliche Daten.

3. Welche Maßnahmen müssen durch die Entscheidung des Gerichtshofs getroffen werden?

Wenn Ihr Serviceanbieter unter dem Safe-Harbor-Abkommen persönliche Daten in die USA überträgt, müssen Sie prüfen, ob Sie die Übertragung der Daten oder die Nutzung des Service unter anderen Datenschutzbedingungen fortsetzen können. Wenn die Reaktion des Anbieters oder die angebotenen Möglichkeiten unzureichend sein sollten oder die Informationstransparenz in der Situation fehlt, müssen Sie erwägen zu einem europäischen Anbieter zu wechseln, der den europäischen Bestimmungen und Gesetzen zur Datensicherheit folgt. 

4. Betrachten Sie die Situation aus Sicht Ihrer Kunden: An welchem Ort möchten Ihre Kunden, dass Sie ihre Daten speichern?

Mehr zum Thema:

Die digital Marketing Tools von Liana Technologies werden komplett hausintern vom Mutterunternehmen Koodiviidakko Oy in Finnland entwickelt. Die E-Mail-Register und persönlichen Daten unserer Kunden werden hier auf verlässlichen Servern gespeichert und verwaltet. Wir folgen in allen Aktionen den Gesetzen und Vorschriften der EU. 

Kontaktieren Sie unsere Experten, wenn Sie weitere Informationen zum Thema erhalten wollen.

Kontaktieren Sie uns

Kommentiert

Titel:
Kommentieren:
Name: